KI-Texte persönlicher schreiben: In deinem eigenen Stil
So überarbeitest du KI-Texte in deinem eigenen Stil: mit eigenen Gedanken, passenden Textbeispielen, einem konkreten Prompt und einer einfachen Schlussprüfung.
KI-Texte klingen persönlicher, wenn du zuerst eigene Gedanken und passende Sprachbeispiele lieferst und den Entwurf anschließend selbst prüfst. „Schreib menschlicher“ ist dafür zu ungenau. Hilfreicher sind eine konkrete Aussage, ein nachvollziehbares Beispiel und klare Hinweise darauf, wie du tatsächlich sprichst.
Es geht nicht darum, ein vermeintliches KI-Merkmal zu verstecken. Deine Leser sollen verstehen, was du meinst, und sich auf deine Aussagen verlassen können. Ein vertrauter Ton ohne fachliche Substanz reicht dafür nicht.
Warum ein freundlicher Text trotzdem fremd klingen kann
Ein Satz wie „Entfalte dein volles Potenzial und starte in deine erfolgreiche Zukunft“ ist flüssig formuliert. Er sagt aber wenig darüber, wobei du jemanden unterstützt. Wenn du im Gespräch normalerweise konkrete Fragen stellst, passt er außerdem kaum zu deiner Arbeitsweise.
Die Überarbeitung beginnt deshalb vor der Wortwahl: Was willst du wirklich sagen? Welche Unterscheidung ist dir wichtig? Und welches Beispiel macht sie verständlich? Ohne diese Grundlage entstehen oft nur schönere Allgemeinplätze.
1. Sprich deine Antwort zuerst selbst aus
Nimm eine einzelne Frage deiner Zielgruppe. Beantworte sie zunächst so, wie du es in einem Gespräch tun würdest. Du kannst Stichpunkte notieren oder eine kurze Sprachnotiz für dich aufnehmen.
Hilfreich sind vier Fragen:
- Was ist meine wichtigste Antwort?
- Welchen typischen Fehler möchte ich erklären?
- Welches eigene oder klar erfundene Beispiel hilft dabei?
- Welche Einschränkung darf beim Kürzen nicht verloren gehen?
Du musst daraus noch keinen fertigen Artikel machen. Die Notiz liefert das Material, das ein allgemeiner Prompt nicht kennen kann. Vertrauliche Angaben aus Kundengesprächen gehören dafür nicht in den Entwurf.
2. Wähle passende Beispiele deiner eigenen Sprache
Nimm zwei oder drei kurze eigene Texte, die zum geplanten Format passen. Für einen Newsletter sind eigene Newsletter oder ähnliche Nachrichten meist hilfreicher als ein formeller Angebotstext. Entferne personenbezogene und vertrauliche Angaben, die für den Stil nicht nötig sind.
Achte darauf, dass die Beispiele tatsächlich von dir stammen. Ein früherer KI-Entwurf, den du kaum überarbeitet hast, zeigt möglicherweise gerade die Sprache, von der du wegmöchtest.
Du kannst dir aus den Beispielen wenige Merkmale notieren: Du- oder Sie-Form, kurze oder längere Sätze, direkte Einstiege, typische Wörter und der Umgang mit Fachbegriffen. Es braucht keinen komplizierten Katalog.
3. Gib der KI eine eng umrissene Aufgabe
Dieser Prompt ist eine Vorlage, die du mit deinen Inhalten füllst:
Überarbeite meine folgenden Stichpunkte zu einem [Format] für [Zielgruppe]. Meine Hauptaussage ist [Aussage]. Nutze die beigefügten eigenen Textbeispiele nur als Orientierung für Satzlänge, Wortwahl und Ansprache. Übernimm keine alten Fakten oder Geschichten daraus. Verwende nur die Informationen aus meinen Stichpunkten. Erfinde keine Kundenfälle, Erfahrungen, Zahlen oder Zusagen. Markiere fehlende Informationen mit einer konkreten Rückfrage. Behalte diese Einschränkung ausdrücklich bei: [Einschränkung]. Gib mir einen Entwurf und benenne danach Stellen, die ich fachlich prüfen muss.
Die Vorlage ist absichtlich konkreter als „Schreib locker und authentisch“. Sie trennt deine Aussage von der sprachlichen Unterstützung. Trotzdem musst du kontrollieren, ob der Entwurf die Vorgaben tatsächlich einhält.
Weitere Einsatzmöglichkeiten findest du unter KI-Prompts fürs Marketing. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Überarbeitung eines einzelnen Textes.
4. Ersetze Allgemeinplätze durch eine konkrete Handlung
Prüfe besonders die Stellen, die gut klingen, aber wenig erklären. Ein erfundenes Beispiel für eine Überarbeitung:
Allgemein: „Mit einer starken Positionierung hebst du dein Business auf das nächste Level.“
Konkreter: „Schreib in einem Satz auf, wem du bei welchem Problem hilfst. Wenn du dafür drei verschiedene Zielgruppen brauchst, wähle zunächst eine für diese Angebotsseite.“
Die zweite Formulierung enthält eine nachvollziehbare Aufgabe. Ob sie zu deiner fachlichen Arbeit passt, musst du selbst entscheiden. Persönlicher wird der Text außerdem durch eine begründete eigene Sicht, nicht durch möglichst viele lockere Wörter.
5. Lass dir Übertreibungen zeigen
Gerade bei Marketingtexten lohnt sich eine gesonderte Prüfung. Aus „kann bei der Vorbereitung helfen“ wird schnell „löst deine Unsicherheit“. Aus einem Entwurf für eine Angebotsseite wird eine Zusage für die gesamte Zusammenarbeit.
Du kannst eine zweite Arbeitsanweisung geben:
Markiere jede Aussage, die ein Ergebnis verspricht, eine Zahl nennt oder persönliche Erfahrung behauptet. Zeige mir außerdem, welche Aussagen nicht aus meinem Ausgangsmaterial stammen. Ändere sie noch nicht; ich entscheide zuerst, welche fachlich richtig sind.
Auch diese Prüfung kann etwas übersehen. Sie hilft beim Durchsehen, ersetzt aber nicht deine Verantwortung für die veröffentlichte Aussage. Öffne angegebene Quellen selbst und kontrolliere, ob sie den jeweiligen Punkt tatsächlich stützen.
6. Lies den Text laut
Beim lauten Lesen merkst du häufig, wo eine Formulierung nicht zu dir passt. Würdest du jemandem im Gespräch sagen: „Nutze das transformative Potenzial deiner Expertise“? Wenn nicht, formuliere den Gedanken in deinen eigenen Worten.
Du musst nicht jeden Satz kurz machen. Eine Erklärung darf länger sein, wenn sie dadurch genauer wird. Achte darauf, dass die Leser dem Gedankengang folgen können und nicht zwischen Fachbegriffen und Werbesprache wechseln müssen.
Streiche auch persönliche Zusätze, die nicht wahr sind. „Das erlebe ich ständig bei meinen Kunden“ darf nur im Text bleiben, wenn du diese Erfahrung tatsächlich gemacht hast.
Was bedeutet das für Blogartikel und Google?
Google beschreibt in seinem Leitfaden zu KI-generierten Inhalten, dass generative KI etwa bei Recherche und Strukturierung helfen kann. Viele Seiten ohne zusätzlichen Nutzen zu erzeugen, kann dagegen gegen die Spamrichtlinien verstoßen. Ein persönlicher Ton ist daher kein Ersatz für hilfreiche, überprüfte Inhalte.
Wenn du einen Blogartikel mit KI erstellst, ergänze die für deine Zielgruppe wichtige Erklärung und prüfe die Aussagen. Ein umformulierter allgemeiner Text wird nicht allein dadurch nützlich, dass dein Name darübersteht.
Deine Schlussprüfung vor der Veröffentlichung
- Ist die Hauptaussage noch dieselbe wie in deinen eigenen Notizen?
- Stimmen fachliche Angaben und beschriebene Leistungen?
- Sind Beispiele belegt oder klar als erfunden gekennzeichnet?
- Wurden Einschränkungen und Grenzen erhalten?
- Ist der nächste Schritt für die Leser verständlich?
- Würdest du diese Sätze so auch selbst sagen?
Wenn du beim letzten Punkt zögerst, überarbeite nur die betreffende Stelle. Du musst nicht jedes Mal den gesamten Text neu erzeugen lassen. Sonst können bereits geprüfte Aussagen wieder verändert werden.
Häufige Fragen
Reicht ein einziger Prompt für alle meine Texte?
Ein wiederverwendbares Grundgerüst hilft. Zielgruppe, Format und Aussage solltest du trotzdem für jeden Text festlegen. Eine kurze E-Mail braucht eine andere Aufbereitung als ein ausführlicher Ratgeber.
Muss ich absichtlich Fehler einbauen, damit der Text natürlich wirkt?
Nein. Fehler machen einen Text nicht glaubwürdiger. Konkrete Gedanken, passende Beispiele und eine Sprache, die du selbst vertreten kannst, sind die bessere Grundlage.
Beginne mit einem kurzen Absatz, den du bereits selbst geschrieben hast. Lass ihn gezielt überarbeiten und vergleiche beide Versionen. Die weiteren Grundlagen findest du unter KI im Marketing. Wenn du daraus einen regelmäßigen Arbeitsablauf entwickeln möchtest, findest du hier Informationen zur Zusammenarbeit.
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